Der "Hosenrock" im AIKIDO (HAKAMA genannt).
Wenn Außenstehende Aikidoka (Aikido-praktizierende) auftreten sehen, so können
sie sich auf Grund deren äußerliches Erscheinungsbild, sprich Kleidung,
keinen Reim darauf machen was das für Menschen sind, die so merkwürdige
Kleidung tragen. Auf Grund deren schwarzen Farbe vermuten einige, es handele
sich um Personen einer religiösen Vereinigung. Aber es weder dies noch
handelt es sich um Angehörige einer "Volkstanz"-Gruppe.
Dieser "Hosenrock" (Hakama) ist ein traditionelles Kleidungsstück,
das die japanischen Samurai trugen. Der dazu gehörende Anzug, der auch in
anderen Kampfkünsten getragen wird, stellt eigentlich Unterwäsche dar. Der
Hakama wurde zu verschiedenen Anlässen getragen, und es gibt ihn auch heute
noch in verschiedenen Farben.
Neben der Schutzwirkung für die Beine im Kampf, diente er auch Tanzvorführungen.
Im Schwertkampf wollte man mit ihm die genaue Stellung der Füße verdecken,
denn man konnte aus der Position der Füße Rückschlüsse auf einen kommenden
Angriff oder auf eine Verteidigungsstrategie ziehen.
Im AIKIDO tragen, je nach Fachverband und Stilrichtung sowie Dojo (Übungsstätte),
oft nur die DAN (Meister) diesen Hakama, manchmal auch ab einem bestimmten
Ausbildungsstand (Graduierung).
Das ist weder falsch noch richtig, denn der tatsächliche Wert einer
Graduierung wird durch die Person vermittelt und drückt sich nicht durch äußere
Zeichen aus.
Im AIKIDO wurde der Hakama übernommen, um die Ästhetik der Bewegungen zu
unterstreichen.
Aus technischer Sicht soll es dem Aikidoka ein besseres Gefühl für seine
Ausweichbewegungen und der Zentriertheit geben sowie fließende Bewegungen
erleichtern.
Die Aikidoka des ATSV Stockelsdorf tragen beim Üben des Aikido einen
schwarzen Hakama, sowohl Frauen als auch Männer, ohne Rücksicht auf ihre
jeweilige Graduierung.
KLAUS KRÜGER
Aikido-Trainer