Schulden runter, Halle neu -
der ATSV freut sich auf 2007
Vor dem Jahreswechsel könnten die Vorzeichen kaum besser
sein:
Schulden abgebaut, Beiträge stabil und endlich eine neue
Sporthalle - der
ATSV Stockelsdorf segelt auf viel versprechendem Kurs ins Jahr
2007.
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 5. Dezember 2006
VON LOTHAR BRAUN
STOCKELSDORF -So sieht ein zufriedener Vereinsvorsitzender
aus: Wolfgang Beissert strahlt, die Miene des ATSV-Chefs hat
sich in den vergangenen Wochen sichtlich aufgehellt. Vorbei
sind jene Zeiten, in denen ihm die drückende Schuldenlast
des Vereins Kopfschmerzen bereitete. „Wir haben unsere
Verbindlichkeiten abgetragen", vermeldet der Vorsitzende des
größten Sportvereins im Kreis Ostholstein.
Vor allem aber freut ihn das Entstehen einer
neuen Zweifeld-Sporthalle in Stockelsdorf: „Damit bekommen
wir endlich viel bessere Trainingsmöglichkeiten. Das spart uns Geld und unseren Sportlern viel
Nerven und Fahrerei zu den angemieteten Hallen in Lübeck", freut
sich der 53-jährige Unternehmensberater. Lange haben er und
seine Mitstreiter um diese Investition gekämpft, jetzt macht die
Gemeinde ernst - endlich. „Wir sind dankbar und
froh, dass nun gehandelt wurde und der Bau der Halle
beschlossene Sache ist.

Wolfgang Beissert hat Grund zur Zuversicht, denn
„sein" ATSV blickt optimistisch in die Zukunft, vor
allem wegen des im neuen Jahr beginnenden Baus einer
neuen Sporthalle.
Foto: BRAUN |
Wir sind allen denen verbunden, die uns, wie der
CDU-Vorsitzende Andreas Gurth, immer tatkräftig unterstützt
haben. Und auch die SPD, die
anfangs ja Einwände hatte, zählt dankenswerter Weise inzwischen
zu den Unterstützern. Schön, dass am Ende alle Bedenken
ausgeräumt, dass ein Konsens erzielt wurde und alle an einem
Strang ziehen", verteilt der Chef des 112 Jahre alten
Traditionsvereins artig Komplimente.
Und: „Dass wir immer gedrängt haben, war berechtigt, das hatte
nichts mit überzogenen Ansprüchen des ATSV zu tun." Die Halle
sei für die wachsende Gemeinde Stockelsdorf schließlich sehr
wichtig.
Beissert hebt die Bedeutung der Workshops und
der Arbeitsgruppen im Vorfeld der Planung hervor. Zielorientiert
sei von Anfang an intensiv an den Fragen, wie die Halle denn
aussehen, wo sie stehen und wie sie finanziert werden solle,
gearbeitet worden. Aus ihm spricht der Unternehmensberater, wenn
er feststellt, „dass der Einstieg das Wichtigste ist, denn
Projekte werden am Anfang verloren".
Sportlich fair gibt sich der Vereinsboss, wenn
die Rede auf die Sporthalle in Dissau kommt. Sie genoss
Priorität, während sich der ATSV mit seinem Wunsch in Geduld
üben musste: „Es war aus unserer Sicht völlig in Ordnung, dass
auch die Dörfer eine Halle bekommen haben." Spät werde nun die
neue Halle gebaut, aber eben nicht zu spät.
Im übrigen: Was demnächst im Gewerbegebiet an
der Max-Planck-Straße entsteht, sei natürlich keine Halle nur
für den ATSV, „sondern sie ist für andere Vereine und die
Schulen gleichermaßen gedacht". Wenngleich der 2860 Mitgliedern
zählende Sportverein natürlich größter Profiteur des erweiterten
Raumangebots sein dürfte, das nach Fertigstellung der Halle ab
2008 zur Verfügung steht.
Künftig keine Pendelei mehr nach Lübeck, das
zählt für die ATSV-er. Vorbei sind dann jene für den Verein
unangenehmen Jahre, die stets als schwere Hypothek empfunden
wurden, finanziell wie sportlich. Die Anmietung von
Hallenkapazitäten in Lübeck hat den ATSV, namentlich die stark
wachsende Handball-Abteilung mit ihren insgesamt über zwei
Dutzend Teams, enorm belastet. Zudem wird es immer unsicherer,
wie lange diese Kapazitäten überhaupt noch zur Verfügung stehen.
Beissert: „Vor allem für die Jugendlichen war es bedauerlich,
dass sie immer nach Lübeck fahren mussten. Deren Eltern kann man
nur schwer erklären, dass es in Stockeisdorf keine ausreichenden
Übungsräume gibt." Umso wichtiger ist für ihn nun die politische
Weichenstellung.
Unstrittig ist: Die Gemeinde finanziert die
Halle. Ebenso unbestritten ist jedoch ein Engagement des Vereins
an den Betriebskosten, etwa durch Übernahme von
Hausmeistertätigkeiten. Darüber hinaus muss der ATSV aber
zusätzlich auch einiges an Geld in die Hand nehmen. „Wir werden
uns da mit der Gemeinde sicherlich einig", glaubt er.
Wolfgang Beissert ist zuversichtlich - weil er
die Kassenlage überblickt. Vor der im März anstehenden
Jahreshauptversammlung wagt er denn auch diese Prognose: „Wir
haben uns inzwischen so weit konsolidiert, dass wir keine
Beitragsanhebung vornehmen müssen." Rosige Aussichten also für
den ATSV, finanziell wie sportlich.
Der größte Verein im Kreis
Der Allgemeine
Turn- und Sportverein Stockeisdorf (ATSV) wurde im Jahr 1894
gegründet. Mit seinen gegenwärtig rund 2860 Mitgliedern ist er
der größte Verein im Kreis Ostholstein überhaupt. Von diesen
sind 1400 unter 18 Jahren. Besonderes Wachstum verzeichnet der
ATSV in den Ballsportarten Handball und Fußball. Die größte
Abteilung ist die Turnabteilung, gefolgt von Handball und
Fußball.
Der ATSV
versteht sich als Sportverein für die ganze Familie. In seinen
13 Abteilungen werden insgesamt 38 verschiedene Sportarten
ausgeübt. Dafür stehen über 125 Übungsleiterinnen und
Übungsleiter zur Verfügung, die den Aktiven 250 Stunden Sport
pro Woche anbieten. Um die Organisation des ATSV kümmern sich 60
ehrenamtliche Funktionäre. An der Spitze steht seit dem Jahr
2000 der 53 Jahre alte Wolf gang Beissert.
Weitere
Informationen sind unter www.atsv-stockelsdorf.de zu erfahren.
lob
Sporthalle: UWG befürchtet Probleme
Wählergemeinschaft Stockelsdorf hat Zweifel am Kostenrahmen
des Projekts
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 16. November 2006
Stockelsdorf
-Grundsätzlich sieht auch die Wählergemeinschaft Stockelsdorf
(UWG) Bedarf an einer zweiten Sporthalle. Allerdings, so
UWG-Sprecher Helmut Neu, seien noch sehr viele Fragen offen -
deshalb die Ablehnung des Etats 2007.
Zwar habe die Gemeinde ein Grundstück gefunden,
doch dieses gehöre ihr nicht, sie habe lediglich ein
Nutzungsrecht. Deshalb rechne man im Laufe des weiteren
Verfahrens noch mit Widerständen und Hindernissen, da der
Eigentümer zuvor nicht gefragt worden sei. Neu befürchtet:
„Sollte die Gemeinde das Grundstück erwerben, ist der derzeitige
Kostenrahmen von 2,35 Millionen Euro keinesfalls einzuhalten."
Die kalkulierten Kosten seien auch deshalb nicht
einzuhalten, „weil wesentliche Gewerke nicht abschließend
durchdacht sind". Sollte man sich nämlich für eine sinnvolle,
die Erdwärme nutzende Heizungsanlage entscheiden, „wird's ein
bisschen teurer".
Wie die übrigen Fraktionen wünsche auch die UWG
eine Mitverantwortung de ATSV beim Betrieb der neuen Halle.
„Wenn es aber so kommen soll, wie bisher diskutiert, und wie
dies - in Euro umgesetzt - in die Finanzierungsplanung der Halle
eingeflossen ist, müsste der ATSV seine Mitgliederbeiträge
erheblich erhöhen", fürchtet die Wählergemeinschaft. Das jedoch
könne man von den ATSV-Mitgliedern nicht fordern. Der Beitrag
des Vereins müsse daher im Vorfelde gedeckelt, also im Umfang
definiert werden.
Die UWG äußert Zufriedenheit darüber, dass mit
dem Neubau die Initiative des ATSV-Vorsitzenden Wolfgang
Beissert sichtbare Früchte trage. Man sei überzeugt, dass bei
einem geordneten Vorgehen die von allen Fraktionen unterstützte
Sporthalle im Jahre 2008 eröffnet werden könne. lob
Die neue Halle entsteht nahe dem Sportzentrum
Sitzung im Herrenhaus: Gemeindevertretung Stockelsdorf
verabschiedet ausgeglichenen Haushalt für 2007
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 15. November 2006
VON LOTHAR BRAUN
STOCKELSDORF - Sportler in der Großgemeinde können aufatmen,
denn finanziell wie planerisch ist das ersehnte
Sporthallen-Projekt jetzt auf den Weg gebracht - endgültig.
Noch bevor die Gemeindevertretung Montag Abend im Herrenhaus
grünes Licht für den Haushalt 2007 und damit auch für die neue
Sporteinrichtung gab, schuf sie bereits die Voraussetzungen für
die räumliche Ansiedlung des Vorhabens: Sie beschloss einstimmig
die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 61. Die Sporthalle, mit
deren Bau schon im nächsten Jahr begonnen werden soll, entsteht
im Gewerbegebiet am Funkturm, südlich der Max-Planck-Straße und
östlich des Kleingartengeländes und damit in idealer Lage - nahe
zum Sportzentrum am Rensefelder Weg und den dortigen Schulen.
Für seine nach intensiver Suche letztlich erfolgreiche
Standortwahl heimste Bauamtsleiter Dieter Rodewald ein dickes
Lob von CDU-Fraktionschef Andreas Gurth ein.
Entgegen dem ersten Entwurf ist der jetzt vorgelegte Etat
ausgeglichen. Er weist neben einem Verwaltungshaushalt von 17,3
Millionen Euro einen ungewöhnlich hohen Anteil im
Vermögenshaushalt auf: 14,2 Millionen Euro. Darin sind
allerdings rund 7,5 Millionen Euro an neuen Krediten für
Grundstückskäufe enthalten. „Das sind noch 4,35 Millionen Euro
weniger als ursprünglich geplant", erläuterte Otfried Krämer
(SPD), der Finanzausschussvorsitzende. Krämer hob hervor, dass
von den geschätzten Kosten der Zweifeld-Sporthalle in Höhe von
2,3 Millionen Euro im Jahr 2007 nur eine Million Euro
kassenwirksam werden sollten.
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Er empfahl die Zustimmung zum Stockelsdorfer Haushalt 2007: Otfried Krämer (SPD),
Finanzausschussvorsitzender. |
Höhere Einnahmen
- rund 470 000 Euro mehr an Schlüsselzuweisungen und ein Plus
von 200 000 Euro bei der Gewerbesteuer, dafür aber auch fast 500
000 Euro mehr an Ausgaben für die Kreisumlage - ergeben im
kommenden Jahr sogar eine freie Finanzspitze. Nach Angaben von
Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann beläuft sie sich auf
rund 108 000 Euro, pro Kopf also rund 6,60 Euro. „Aber davon
kann ich niemanden einladen", scherzte sie mit Blick auf die
LN-Berichterstattung über den Bad Schwartauer Etat. „Das reicht
höchstens zu einem BigMac", wurde in den hinteren Reihen geulkt.
Gleichwohl sieht die Verwaltungschefin die Gemeinde mit diesem
Etat auf dem richtigen Weg, „wir haben dank unserer Kontinuität
eine positive Entwicklung zu verzeichnen". Dass die
Verschuldung, anders als in früheren Jahren, nicht erfolgreich
reduziert, sondern stattdessen sogar wieder erhöht wird,
bereitet ihr keine Sorgen: „Die Kredite zur Finanzierung von
Gewerbe- und Wohngebieten sehen wir als werbende Verschuldung,
die durch den Verkauf der Grundstücke wieder zurückfließen." Im
übrigen, so machte sie mit Schaubildern deutlich, hätten sich
die Schulden seit den Jahren 1997/93 mit über 13 Millionen bis
heute nahezu halbiert {Ende 2006:7,3 Millionen Euro).
Die beiden Vertreter der Wählergemeinschaft (UWG) lehnten den
Etat ab - weil sie dagegen sind, dass bereits in den 2007-er
Haushalt so viel Geld für die neue Sporthalle eingestellt wird.
Ihre teils polemische Kritik, die CDU forciere dieses Projekt
mit Blick auf die Kommunalwahl 2008, gab Unionssprecher Gurth
postwendend zurück: Die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage und
würden wohl mehr der Existenzangst der UWG entspringen, bei der
Wahl völlig durchzufallen.
Am Ende votierten 2 5 Gemeindevertreter für den Etat 2007.
In Stockelsdorf entsteht 2007 eine neue
Sporthalle
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 14. Oktober 2006
VON LOTHAR BRAUN
Stockelsdorf - Der Stockelsdorfer Haushalt 2007 steht. Die
ursprünglich mit zwölf Millionen Euro geplante Kreditaufnahme
schrumpft deutlich. Und, was besonders freut: Dem Baubeginn der
neuen Sporthalle steht nun nichts mehr im Wege.
Ein Rekord-Kredit bleibt es allemal für die Großgemeinde, auch
wenn nicht so viel Geld von den Banken gepumpt wird wie
ursprünglich geplant. Aber irgendwie haben die großen Zahlen den
Akteuren wohl doch ein wenig Unbehagen bereitet. Deshalb nun
also alles eine Nummer kleiner. Statt der zwölf Millionen
begnügte sich der Finanzausschuss jetzt bei der zweiten und
abschließenden Beratung des umfangreichen Zahlenwerks mit der
Kreditsumme von "nur" noch 7,75 Millionen Euro. Dadurch
verringert sich, gegenüber dem ersten Entwurf, allein die
jährliche Zinsbelastung um 350 000 Euro, hat der
Finanzausschussvorsitzende Otfried Krämer errechnet.
Der Verwendungszweck für die dennoch ungewöhnliche hohe
Kreditsumme bleibt im Wesentlichen der gleiche. Doch weil
Projekte "gestreckt", also auf einen längeren Zeitraum verteilt
werden, erreichte man die um über vier Millionen Euro geringere
Neuverschuldung. Maßgeblich betrifft die Pump-Aktion das
Interkommunale Gewerbegebiet, für das man diese "werbende
Verschuldung" jedoch gern in Kauf nimmt. "Wir hegen schließlich
alle die feste Überzeugung und Erwartung, dass die investierten
Mittel über die folgenden Grundstücksverkäufe ins Gemeindesäckel
zurück fließen", lautet der Konsens. Doch es muss entschieden
sein, denn: "Wir brauchen dieses Gewerbegebiet unbedingt",
erklärte Krämer (SPD), "weil in unseren anderen Gewerbegebieten
kein Platz mehr ist - alle laufen voll".
Den immensen Ausgaben stehen zugleich höhere Einnahmen
gegenüber, jedenfalls in der Prognose. Kämmerer Erwin
Schleichert: "Wir rechnen im Jahr 2007 mit einem Mehr von 250
000 Euro bei der Einkommenssteuer, bei der Gewerbesteuer
erwarten wir ein Plus von rund 200 000 Euro, und 100 000 Euro
mehr dürften die Schlüsselzuweisungen erbringen."
Aus den baulichen Investitionen des nächsten Jahres ragt die
neue Sporthalle klar heraus, ähnlich wie beim Nachbarn Bad
Schwartau. Der Bau wurde, wie berichtet, von der
CDU-Mehrheitsfraktion forciert und gegen den Widerstand der
Verwaltung mit einem deutlich größeren Finanzvolumen in den
Haushalt aufgenommen. Die Halle soll nach gegenwärtigem
Kenntnisstand rund 2,3 Millionen Euro kosten. Eine Million steht
dafür im 2007er Etat bereit, die restlichen 1,3 Millionen Euro
werden für den Haushalt 2008 eingeworben.
Noch nicht endgültig entschieden ist, wo die Sporthalle ihren
Standort findet. Als wahrscheinlich gilt aber ein Areal im
Gewerbegebiet am Funkturm, nahe dem am Rensefelder Weg gelegenen
Jahn-Stadion.
Einstimmig passierte der Etatentwurf jetzt den Finanzausschuss.
"Alles in allem haben wir einen ausgeglichenen Haushalt, dessen
Annahme ich der Gemeindevertretung guten Gewissens empfehlen
kann", kommentierte der Ausschussvorsitzende Krämer die
Fleißarbeit von Verwaltung und Gemeindevertretern. Der Haushalt
2007 - an dessen Verabschiedung in der Gemeindevertretung
niemand zweifelt - hat ein Gesamtvolumen von 31,5 Millionen
Euro. Der Verwaltungshaushalt macht davon 17,3 Millionen Euro
aus; der wegen der Investitionen gegenüber früheren Jahren
erheblich gewachsene Vermögenshaushalt umfasst über 14 Millionen
Euro.
CDU hält an neuer Sporthalle fest
SPD stimmte gegen Haushaltsvorlage und sieht finanzielle
Probleme
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 7. Juli 2006
VON MATTHIAS MAKOVEC
STOCKELSDORF - Kann sich die Gemeinde Stockeisdorf den Bau der
geplanten Zweifelder- Sporthalle finanziell überhaupt leisten?
„Das können wir", sagt CDU-Fraktionschef Andreas Gurth. „In
Anbetracht des defizitären Haushalts 2007 können wir uns das
nicht leisten", meint hingegen SPD-Gemeindevertreter Peter Maaß.
In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses war die Sporthalle
erneut Thema. Und zwar bei den Beratungen für den Haushalt des
kommenden Jahres. 300 000 Euro sind für Grunderwerb und
Planungskosten vorgesehen. Gegen die Stimmen der SPD wurde das
genehmigt wie eine Verpflichtungsermächtigung für eine
Kreditaufnahme in Höhe von 2,1 Millionen Euro.
Die CDU hält an der Halle fest. Finanzielle Engpässe wie die
angekündigte Verminderung der Schlüsselzuweisungen vom Land
sieht Fraktionschef Andreas Gurth nicht, „das sollten wir nicht
zu ernst nehmen". Zumal die Gemeinde auch Geld erwirtschafte, so
aus der so genannten aktiven Bodenvorratspolitik. „Wir als
Gemeinde verdienen bei neuen Baugebieten." Was bedeute, dass
auch die Einwohnerzahl steige. Und da gelte es auch, für die
Entwicklung der Infrastruktur etwas zu tun, „Diese Halle ist
seit mehr als 15 Jahren überfällig", sagt Gurth, „es geht nicht
an, dass wir Hallenflächen in Lübeck mieten müssen."
Der CDU-Fraktionschef verweist auch darauf, dass sich das für
den Bau vorgesehene Grundstück der neuen Halle an der Alten
Segeberger Straße bereits im Eigentum der Gemeinde befinde. Und:
„Wir bauen die Halle so kostengünstig wie es nur geht. Und wir
setzen sie durch", betont der CDU-Chef. Die Christdemokraten
verfügen in der Gemeindevertretung über die absolute Mehrheit.
Gegen den Kauf eines Grundstückes und die Planungskosten für die
neue Zweifelder-Sporthalle sprachen sich die Sozialdemokraten
aus. Zwar bekenne sich die SPD dazu, dass sie den Bau der
Sporthalle für erforderlich halte, sagte Peter Maaß. Das Projekt
sei im Wahlprogramm 2003 bis 2008 hervorgehoben. Auch beim
Beschluss der Gemeindevertretung im November vergangenen Jahres
stimmten die Sozialdemokraten für den Bau.
Nun allerdings sieht die SPD finanzielle Not, da die
Landesregierung den Gemeinden 2007 und 2008 jeweils 120
Millionen Euro vorenthalten wolle. So müsse mit geringeren
Schlüsselzuweisungen des Landes in Höhe von etwa 440 000 Euro
gerechnet werden, was nach Abzug der geringeren Kreisumlage in
Höhe von 150 000 Euro einen Einnahmeausfall von290 000 Euro für
Stockelsdorf bedeute. „Es ergibt sich ein Budget, über das die
Gemeindevertretung noch beschließen kann, in Höhe von 870 000
Euro", sagte Maaß. Der Hallenbau könne nur durch Kredite
finanziert werden. Bei 2,1 Millionen Euro werde der
Verwaltungshaushalt pro Jahr mit 100 000 Euro Zinsen und der
Vermögensetat mit 84 000 Euro belastet.
„In Anbetracht eines defizitären Haushalts sieht die
SPD-Fraktion sich daher nicht in der Lage, Mittel für den
Grunderwerb der Sporthalle einzuplanen, die sich die Gemeinde
zurzeit nicht leisten kann", betonte Peter Maaß.
Die Entscheidung des Bauausschusses hat lediglich empfehlenden
Charakter. Nach den Ferien wird im Finanzausschuss über den
Gesamthaushalt für das kommende Jahr beraten. Nach Angaben von
Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann werde es „auf Pump"
keinen Neubau der Sporthalle geben.
ATSV: CDU beantragt weitere 7000 Euro
Der größte Sportverein Ostholsteins muss für viel Geld
Hallen in Lübeck anmieten - Union will mehr Unterstützung
Bericht der Lübecker Nachrichten vom 17./18. April 2005
VON SABINE RISCH
STOCKELSDORF -Sparen ja -aber bitte nicht bei der
Sportförderung! In diese Richtung geht ein Antrag der
Stockelsdorfer CDU, den sie in den nächsten Ausschuss für
Jugend, Sport, Soziales, Schule und Kultur (JSSSK) einbringen
will. Die Union wirbt dafür, dem ATSV in diesem
Jahr weitere 7000 Euro zur Verfügung zu stellen, um die
Hallenmietkosten zu gewährleisten. Weitere insofern, als nach
langer Diskussion im Fachausschuss bereits 5000 Euro für diesen
Zweck zugesagt worden waren (die LN berichteten). Schon seit
Jahren muss der größte Sportverein Ostholsteins, der nur die
Herrengarten-Turnhalle und die Großsporthalle am Rensefelder Weg
zur Verfügung hat, Hallenzeiten in Lübeck anmieten.
Zur Begründung einer weiteren Bezuschussung sagt
CDU-Fraktionschef Andreas Gurth: „Mit seinen fast 3000
Mitgliedern nimmt der ATSV eine außerordentlich wichtige
Stellung im kulturellen und sozialen Gemeindeleben ein. Durch
seine vielfältigen Sport- und Freizeitangebote trägt er zur
Lebensqualität, Lebensfreude und Gesundheit bei." Insbesondere
für Kinder und Jugendliche - davon gebe es immerhin 1600 im
Verein -seien Spiel, Sport und Bewegung „unverzichtbar für die
Persönlichkeitsentwicklung". Es sei spätestens
seit der Jahresversammlung des ATSV bekannt, dass der Verein
nach wie vor in einer schlechten finanziellen Lage sei. „Die
Mitgliedsbeiträge will man aber nicht erhöhen, weil dann viele
austreten könnten. Wir aber wollen nicht, dass beim ATSV die
Notbremse gezogen wird", so Gurth, Was hieße, auf
kostenintensive Wettkampf-Sparten zu verzichten. Gerade im
Kinder- und Jugendbereich sei das aus CDU-Sicht nicht
wünschenswert. Ausschuss-Vorsitzender Kevin Dierck ergänzt: „Bei
den Sportler-Ehrungen der Gemeinde sind wir immer stolz, so
viele auf Landes- und Bundesebene erfolgreiche Sportler unter
uns zu haben - aber irgendwo her müssen diese ja auch kommen!"
Das Gros der Jugendarbeit werde, so Dierck, „nicht von der
kommunalen Jugendpflege, sondern ehrenamtlich von den Vereinen
und Verbänden geleistet - dafür spricht allein die Zahl der
unter 18-jährigen ATSV-Mitglieder". Auch Renate
Junghans, Bürgermeister-Kandidatin der CDU, unterstützt das
Vorhaben. „Förderung des Sports ist eine kommunale
Querschnittsaufgabe", sagt sie, denn „Angebote zur
Freizeitgestaltung an Kinder und Jugendliche sind ein wichtiger
sozialpolitischer Baustein, der - auch im Hinblick auf die
Kosten - durch Angebote einer kommunalen Jugendförderung nicht
ersetzt werden kann". Sie werde sich dafür einsetzen, „dass die
Gemeinde als verlässlicher Partner auftritt und längerfristig
projektorientiert finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt
werden". Der Finanzbedarf für die Hallenanmietung
werde sich in diesem Jahr auf etwa 12 000 Euro belaufen. Im
Verhältnis zur Finanzierung von zwei bis drei Millionen Euro für
eine neue Halle, die die Gemeinde sich derzeit nicht leisten
könne, sei dieser Betrag mehr als kostengünstig, zeigt Andreas
Gurth auf. Laut Antrag sollen die - zusätzlichen
7000 Euro - in zwei Beträge gesplittet werden: 5000 Euro im
Oktober, 2000 Euro Anfang 2006 nach Abrechnung durch den ATSV.
Das Geld soll, sofern im aktuellen Haushalt nicht abzudecken,
über einen Nachtragshaushalt eingeworben werden.
Mit dem Widerstand der anderen Fraktionen, insbesondere der SPD,
rechnen Gurth und Dierck aufgrund der Diskussion im Vorjahr.
Gurth: „Ich würde mich über einen einstimmigen Beschluss aber
sehr freuen."
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Setzen sich für eine
zusätzliche Unterstützung des ATSV ein:
Ausschussvorsitzender Kevin Dierck,
Bürgermeister-Kandidatin Renate Junghans und
Fraktionschef Andreas Gurth (v. li.).
Foto: SABINE RISCH |
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